Ich bin am 29.11.2009 zu meinem ersten Indieneinsatz geflogen, zunächst nach
Bangalore, wo ich das CCCYC kennenlernte und von meinem Projectofficer
Augustine eine Einführungt in meine Projekte und Arbeit während der nächsten
14 Tage im Dentomobil bekam, verbunden mit einer ausführlichen
Stadtrundfahrt durch Bangalore. Dabei hatte ich auch die Gelegenheit,
Kollegen Sam Shadrack in seinem Dental Department zu besuchen - eine moderne
Abteilung mit 20 Sprechzimmern, digitaler Vernetzung, RKI-mäßiger Hygiene,
wo Zahnheilkunde nach westlichem Standard betrieben wird. Das sollte ich
dann für Wochen nicht mehr sehen.
Am Folgetag flog ich dann nach Madurai und wurde von meinem Organisator für
die nächsten zwei Wochen Raja abgeholt. Am Christian Mission Hospital konnte
ich dann das Dentomobil in Augenschein nehmen mit der Absicht, es mit
all den schönen Instrumenten und Materialien zu bestücken, die ich 14 Tage
zuvor mit DHL in zwei großen Paketen geschickt hatte. Leider ist nur eins
angekommen.Das andere blieb bis auf den heutigen Tag verschollen.
Jedenfalls lernte ich auch die anderen Mitglieder meines Teams kennen - den
Fahrer und Mädchen für alles Sinthil, den Elektro- und Dentaltechniker
Aputharaj, die beiden Helferinnen Clara und Uma.
Während ich den obligatorischen Besuch beim Bishop bei einer Tasse Tee und
die Besichtigung des Dental Treatment und Education Centers - eine riesige,
meines Erachtens überdimensionierte Abteilung - hinter mich brachte, wurde
das Dentomobil zu meinem 1. Projekt -das CSI Home in Dindigul - gefahren. Wir
fuhren hinterher.
Zur Einstimmung ein idealer Ort, nach Begrüßung und Gebet
untersuchte ich 64 Jungen und behandelte am selben Nachmittag 30.
Die Gewöhnung an den neuen Areitsplatz gelang ganz gut. Als erstes gab das
blaue Winkelstück seinen Geist auf - Ursache war sicher mangelnde, besser
gesagt, gar keine Pflege. Auch der fähige Aputharaj konnte es nicht mehr
richten. Er besorgte vom College am nächsten Tag ein neues.
Womit ich gar nicht zurecht kam, war die Unordnung in den Schubladen und die
Art, wie meine indischen Helferinnen diese durch Herumkramen ständig
vermehrten. Es war einfach für meine ersten Behandlungen nichts zu finden.
Daher machte ich erst mal eine Pause und schaffte mit den vorhandenen
wenigen Trays und Behältnissen ein Ordnungssystem, mit dem wir dann die
nächsten 2 Wochen zurechtkommen konnten - Trays für Füllungen, Instrumente,
3. Schublade ausschließlich für Extraktionen, auch hier Hebel und Zangen
getrennt, Bohrer sortiert usw. Bereits am Folgetag war vieles wieder
durch-einander, also kurze autoritäre Anweisung, dann ging es wieder.
Die Folgeprojekte in Ambillikkai und 3 Tage in Karur sowie am Samstag in
Athipalayam waren dann von der Anzahl der untersuchten und auch zu
behandelnden Kinder schon sehr anspruchsvoll und arbeitsreich - Osteotomien
und schwierige Extraktionen ließen den Schweiß strömen, zumal die
Temperaturen auf 35 Grad kletterten und je nach Stromqualität auch schon mal
die Klimaanlage ausfiel.
weiter ...
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