|
Mein erster Einsatz als ZMP in Südindien (Fortsetzung) |
Mein erster Heimbesuch war für meine Empfindung eine totale Katastrophe. Ich war noch so gefangen in meiner Idealeinstellung, dass ich wirklich dachte, ich müsste die Welt retten und wie schrecklich diese Kinder leben. Erst nach zwei Tagen konnte ich richtig reflektieren und die Schönheit der Heime und das Glück welches die Kinder dort haben wahrzunehmen. Nach und nach ließen auch die Berührungsängste gegenüber den Kindern nach. Mit jedem Tag, mit jedem Heim, mit jeder Behandlung ging es einfacher. Auch die Unterstützung der Begleiter erleichterte alles und so fing ich langsam an, mich in Indien in seine Menschen und vor allem in die Kinder zu verlieben. Jeden Tag hat es mich aufs Neue fasziniert, wie dankbar diese Kinder sind, wie glücklich und zufrieden und wie viel Sie einen emotional geben können. Am liebsten hätte ich Sie alle mitgenommen. Rührend war auch, wie viel Mühe sich in den Heimen gegeben wurde, wenn man Sie besuchte. Es wurde gesungen und man wurde mit kleinen Gesten lieb geehrt. Die Behandlungstage im Hospital waren super aufregend und natürlich anstrengend, aber für mich natürlich viel angenehmer zum behandeln, da ich dort vor Ort ein Zahnsteingerät hatte und nicht mehr nur wie in den Heimen mit Handscalern gegen den Zahnstein ankämpfen musste. Auch hier versuchten alle es einen so angenehm wie möglich zu machen Mein absolutes Highlight, war der Tag an dem ein paar Jungs aus einem Jungendheim und Kinder aus einem Behindertenheim da waren. Mein Zahnsteingerät funktionierte nicht einwandfrei und so brauchte ich Unterstützung. Nach einiger Eingewöhnungszeit und ein bisschen Zurechtweisen der Jungs, gingen alle super miteinander um und auch vor allem mit den Behinderten und beruhigten Sie ganz toll. Da es für Sie natürlich sehr aufregend war. Zum Schluss haben dann alle Kinder miteinander gesungen und getanzt. Der Abschied von Ranipet viel mir richtig schwer. Danach ging es dann weiter nach Mysore und auch hier war der Empfang wieder sehr herzlich. Von Mysore ging es dann weiter nach Trissur, in das Projekt in Codacal von Dr. Kanne. Hier war der Empfang super herzlich. Die Kinder in dem Heim haben in Eigenregie ein unglaubliches Willkommensprogramm von fast zwei Stunden erarbeitet. Als es dann hieß richtig Abschied zu nehmen, fiel es mir wahnsinnig schwer, ich wäre gerne noch eine ganze Zeit weiter in Indien geblieben. Toll ist es, zu sehen, dass die Hilfe durch die Kindernothilfe auch ankommt und was Sie alles Schönes bewirken kann. Schön ist es diese drei Wochen, die ich vor Ort war ein kleiner Teil davon gewesen zu sein. Und, ja ich will wieder fahren und bin schon ganz gespannt, es zu erleben, wie man sich dann vor Ort verhält. Ob man wieder eine Eingewöhnungsphase braucht und ob man noch mehr bewirken kann mit dem Hintergrund der Erfahrungen die man schon gesammelt hat. Mittlerweile bin ich auch stolze Patin eines süßen Mädchens und bin ganz gespannt, wie Sie sich entwickelt und ob sich auch die Gelegenheit bietet sie wieder zu sehen. Monika Draht |