Indien ist anders!

Vergessen Sie alles, was bei Ihnen zu Hause normal ist. In Indien ist alles "sehr". Sehr laut, sehr bunt, sehr arm und sehr reich, sehr schön, sehr staubig, sehr relaxed ...
Hier gehen die Uhren anders, das heißt auch, vergessen Sie die Uhr. Zeit ist ein sehr dehnbarer Begriff. Man verabredet sich nicht etwa zu einer bestimmten Zeit (at ... o`clock) sondern gegen eine Zeit (by ... o`clock). Termin plus 2 Stunden ist durchaus normal und absolut im Limit und muss deshalb auch nicht entschuldigt werden.
Indien zu beschreiben ist einfach schwer. Man kann nicht von einer bereisten Gegend auf das gesamte Land Rückschlüsse ziehen. Dazu ist das Land einfach zu groß, die Kulturen zu verschieden. Das wäre so, als wenn man das Allgäu besucht und behauptet, an der Costa Brava wäre es ebenso.
Auch die Sprachen und Religionen unterscheiden sich sehr. Wobei es uns "Normalmitteleuropäern" absolut unverständlich ist, wie man bei den tausenden Göttern die Übersicht behalten kann.
Für mein Dafürhalten haben aber alle Regionen in Indien etwas gemeinsam. Und das ist das, wenn man sich an die Schärfe der Gewürze gewöhnt hat, wunderbare Essen. Es ist ein wahres Meisterwerk, was indische Köche mit den uns oft unbekannten Gewürzen kreiren. Aus Indien zurückgekehrt, erscheint mir jedes deutsche Essen einfach nur fad.

Indien, das Land der Götter, eines der meist bevölkerten Länder der Erde (1,2 Mrd. Menschen), ist geprägt von einem Kastenwesen. Das bedeutet, dass das Volk in verschiedene soziale Schichten eingeteilt ist. Die oberste Schicht stellt die der Brahmanen dar, welche die intellektuelle Elite Indiens repräsentiert. Die Kshatriyas sind Krieger, Fürsten und hohe Beamte. Weiters gibt es noch die Vaishyas (Händler, Kaufleute, etc.) und die Shudras (Handwerker, Tagelöhner, etc.).

In die Kaste wird man in Indien geboren und es ist beinahe unmöglich aus diesen vorbestimmten Zwängen auszubrechen.

Religion ist eines der bestimmensten Elemente im Leben der Inder. Die 3 wichtigsten Gottheiten (ähnlich dem katholischen Glauben mit dem Hl. Vater, dem Sohn und dem hl. Geist) sind Shiva, Vishnu und Brahma. Die große Mehrheit der Bevölkerung stellen die Hindus (80,5%), gefolgt von Moslems (13,4%) und anderen. Die große Kluft zwischen den Religionen spiegelt sich auch im täglichen Leben wider, wenn man die lautstarken Gebete der Moslems auf den vielen Bazars hört und im Gegensatz dazu Hindus still und leise in den Hinterkammern ihrer Häuser beten.


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